Der Offenbacher Waldzoo warnt nach einem körperlichen Übergriff auf eine Mitarbeiterin vor einer zunehmenden Belastung im Umgang mit Findern von Wildtieren. Wie die Einrichtung mitteilte, wurde eine Mitarbeiterin in der vergangenen Woche bei der Aufnahme eines Fundtiers angegangen und fällt nun vorerst aus. Der Vorfall sei der Polizei gemeldet worden.
Mitarbeiterin stürzte mit Fundtier
In den vergangenen Tagen kam es erneut zu einem Vorfall im Zusammenhang mit einem Fundtier. Als eine Personengruppe ein Fundtier beim Waldzoo abgeben wolle, wurde eine Mitarbeiterin körperlich angegangen und geschubst. Durch den Sturz zog sie sich Verletzungen zu. Sie fällt nun vorerst einige Tage aus. Weitere Einzelheiten möchte der Waldzoo aus Rücksicht auf alle Beteiligten nicht öffentlich kommentieren. Für den Waldzoo wiegt das doppelt schwer, weil die personellen Kapazitäten ohnehin knapp sind.
Vorfälle wie dieser sind für den Waldzoo leider kein Einzelfall. So wurde nach Angaben des Waldzoos beispielsweise vor Kurzem ein Mauersegler durch das Fenster und Kaninchen in Plastiktüten vor die Füße der Waldzoo-Mitarbeiter geworfen.
Waldzoo berichtet von wachsendem Druck
Für den Waldzoo ist der Vorfall kein isoliertes Ereignis. Leiterin Susanne Meyer berichtet, dass Mitarbeiter immer wieder mit Beschimpfungen, Aggressionen und massivem Druck konfrontiert seien. Viele Finder stünden emotional unter Anspannung, weil sie ein verletztes oder geschwächtes Wildtier gebracht hätten. Das könne man nachvollziehen, sagte Meyer. Dennoch dürfe diese Anspannung nicht in Drohungen oder Gewalt gegen das Personal umschlagen. Der aktuelle Fall wiege besonders schwer, weil die verletzte Mitarbeiterin vorerst ausfalle und die ohnehin knappen Kräfte dadurch weiter belastet würden.
Belastungsgrenze der Waldzoo-Mitarbeiter spürbar
Waldzoo-Leiterin Susanne Meyer macht deutlich, dass die Belastungsgrenze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbar ist. Zugleich betont der Waldzoo in einer Veröffentlichung, dass trotz der schwierigen Lage weiter versucht werde, allen Tieren zu helfen. „Trotz allem versuchen wir weiterhin, jedem Tier irgendwie zu helfen und geben jeden Tag unser Bestes“, heißt es in der Stellungnahme.
Der Offenbacher Waldzoo bedankt sich zugleich bei den Menschen, die die Arbeit der Einrichtung unterstützen. Wörtlich heißt es: „Danke an alle, die uns unterstützen, fahren, helfen, spenden oder einfach Verständnis haben.“
















