Der Offenbacher Waldzoo hat einen Jahresrückblick veröffentlicht, der den Umfang der täglichen Arbeit verdeutlicht. Nach Angaben des Zoos wurden im Jahr 2025 insgesamt 46 Tiere freiwillig abgegeben, etwa wegen eines Umzugs oder nach Todesfällen in den Familien der Halter. Zugleich verzeichnete der Zoo 78 verendete Tiere, darunter Vögel wie Kanarien und Zebrafinken ebenso wie Ziegen und Wildtiere. Hinzu kamen 42 Fundtiere sowie 496 aufgenommene Wildtiere. In 51 Fällen wurden Tiere über Polizei, Feuerwehr oder das Veterinäramt in den Waldzoo gebracht.
Kosten für Futter und medizinische Versorgung
Mit der Versorgung der Tiere waren erhebliche Ausgaben verbunden. Für Trockenfutter fielen Kosten von 12.408 Euro an, für tierärztliche Behandlungen weitere 12.329 Euro. Für Heu und Stroh gab der Zoo 15.300 Euro aus, zusätzlich kamen 1.300 Euro für den Hufschmied hinzu. Insgesamt wurden rund 6000 kleine Ballen Heu und Stroh abgeladen und verarbeitet.
Organisation zwischen Anfragen und Bildungsarbeit
Auch der organisatorische Aufwand nahm zu. Im Laufe des Jahres beantworteten die Mitarbeitenden 22.873 E-Mails und nahmen 19.706 Telefonate entgegen. Zudem absolvierten 18 Schülerinnen und Schüler ein Schulpraktikum im Waldzoo, und es fanden 14 Schulprojekte auf dem Gelände statt. Der Zoo registrierte außerdem sechs persönliche Angriffe, nachdem Tiere nicht aufgenommen werden konnten. Nach Angaben des Waldzoos haben sich viele dieser Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht, andere wurden erstmals in dieser Form erfasst.
Tierbestand und Geschichte des Waldzoos
Der Waldzoo Offenbach ist ein rustikaler Streichelzoo mit überwiegend unbefestigten Wegen und direktem Kontakt zu den Tieren. Unter den rund 200 Tieren befinden sich vor allem Haus- und Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Hasen und Ponys, darunter auch Mini-Shetlandponys. Zu den bekannteren Tieren zählen außerdem Waschbären. Daneben leben im Zoo auch Streifenhörnchen, Kängurus, Schildkröten sowie verschiedene Vogelarten wie Nymphensittiche, Papageien und Kakadus. Mehrere Tiere wurden dem Zoo überlassen, weil sie ihren früheren Besitzern nicht mehr gehalten werden konnten oder aus aufgelösten Tierparks und Betrieben stammten.
Gegründet wurde der Waldzoo im Jahr 1965 von einem Förster, der zunächst verletzte Tiere aufnahm. Mit wachsendem Bestand entstanden feste Gehege. Heute wird der Zoo von Susanne Meyer geleitet, unterstützt von ihrer Stellvertreterin Jasmin Zimmermann, ihrem Ehemann, wenigen angestellten Mitarbeitenden sowie Ehrenamtlichen und Praktikanten.
Finanzierung bleibt dauerhaft herausfordernd
Die wirtschaftliche Lage ist nach Angaben des Zoos weiterhin angespannt. Bei gutem Wetter besuchen im Sommer bis zu 1500 Menschen pro Woche den Waldzoo, während in Regenphasen und im Winter deutlich weniger Gäste kommen. Gleichzeitig fallen laufend Reparaturen an den Gehegen an. Neben Eintrittsgeldern sind Spenden, Sachzuwendungen, Tombolas und Tierpatenschaften eine wichtige Einnahmequelle. Eine Patenschaft kostet 120 Euro im Jahr und ermöglicht freien Eintritt. Infos zu Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Website des Waldzoos.
















