Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen setzen dem Offenbacher Stadtgrün zu. Die Abteilung Grünwesen des Stadtservices hat deshalb ihren Arbeitsschwerpunkt derzeit auf die Bewässerung gelegt. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind dann im Dauereinsatz“, sagt Sophie Geyer, Gärtner-Meisterin beim Stadtservice. Die beiden Wasserwagen mit einem Fassungsvermögen von jeweils rund 3.500 Litern sind täglich unterwegs und bringen nach Angaben der Stadtwerke Offenbach zusammen rund 30.000 Liter Wasser auf Beete und zu neu gepflanzten Bäumen.
Auch die Stauden auf den Mittelstreifen des Rings und der Mühlheimer Straße benötigen bei längeren Hitzeperioden zusätzliche Pflege. Sie wurden zwar auf Hitzeresistenz ausgewählt, sind jedoch keine Wüstenpflanzen. „Die Stauden kommen mit Wärme und wenig Regen gut klar, aber nicht mit anhaltenden trockenen Hitzephasen“, so Geyer. Besonders die Lage zwischen aufgeheiztem Asphalt und warmem Fahrtwind erfordert regelmäßige Wassergaben.
Gießen auch bei angekündigtem Regen
Manche Passanten zeigen sich irritiert, wenn die Wasserwagen trotz angekündigten oder leichten Regens unterwegs sind. „Was bisher in den vergangenen Wochen an Regen gefallen ist, reicht nur, um Grillpartys zu verderben oder das Spazierengehen unangenehm zu machen. Für die Pflanzen bringt das nicht viel“, erklärt Geyer. Der Boden sei derzeit so trocken, dass Regen zunächst ablaufe, bevor er tief genug eindringen könne. Daher werde oft vor dem Regen gegossen, um die Erde aufzuweichen, oder auch während leichter Schauer, wenn diese nicht ausreichen.
Besonderer Schutz für junge Bäume
Im Fokus der Bewässerung stehen vor allem junge Bäume, die in den vergangenen fünf Jahren gepflanzt wurden. Ihre Wurzeln reichen noch nicht tief genug, um aus tieferen Bodenschichten Wasser zu ziehen. Wassersäcke, die kontinuierlich Feuchtigkeit abgeben, unterstützen das Anwachsen. Ältere Bäume erhalten nur in Ausnahmefällen Wasser aus den Tankwagen.
Bürger können mithelfen
Da nicht alle der mehr als 20.000 Bäume im Stadtgebiet von der Stadt versorgt werden können, bittet Geyer die Anwohnenden um Unterstützung: Wer die Möglichkeit hat, sollte die Bäume vor dem Haus mit einigen Kannen Wasser versorgen.
Für private Gärten gibt die Expertin einen zusätzlichen Tipp: „Wer seinen heimischen Garten wässert, sollte das möglichst in den frühen Morgenstunden erledigen. Bei Rosensträuchern sollten möglichst die Blätter nicht nass werden – die bekommen nämlich schnell einen Pilz, wenn das Wasser nicht rasch abtrocknen kann.“ Gießen bei Sonnenschein könne zudem wie durch ein Brennglas wirken, und das Wässern am Abend begünstige vor allem Schnecken.
















