Nach dem Fund einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in der Lise-Meitner-Straße in Hanau-Großauheim laufen die Vorbereitungen für die geplante kontrollierte Sprengung am Donnerstag, 11. Dezember, auf Hochtouren. Der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen hatte den Blindgänger am Dienstag entdeckt und das Gelände unmittelbar danach gesichert. Am Mittwoch wurde der Evakuierungsradius auf etwa 1.000 Meter festgelegt – betroffen sind rund 4.500 Anwohnerinnen und Anwohner.
Die Stadt Hanau richtet seit Mittwoch ein Bürgertelefon ein, das unter 06181-2950 2000 erreichbar ist. Es dient unter anderem dazu, Transportanmeldungen für Menschen vorzunehmen, die Unterstützung benötigen. „Aktuell geht alles seinen eingeübten Gang und die bekannten Räder bei Hanauer Bombenentschärfungen greifen ineinander“, erklärte Stadträtin Isabelle Hemsley. Sie dankte der Bevölkerung für Mithilfe und Verständnis.
Straßensperrungen, Schulschließungen und Ausfälle im Stadtverkehr
Die Evakuierungen beginnen am Donnerstag um 7 Uhr. Bereits ab 9.30 Uhr wird die B43a zwischen dem Hanauer Kreuz und der Anschlussstelle Steinheim in beide Richtungen gesperrt, die Abfahrt „Hafen“ bereits ab 7 Uhr. Auch die Bahnhöfe in Großauheim und Klein-Auheim schließen ab 7 Uhr, der Bahnverkehr im Sperrgebiet wird ab 11 Uhr vollständig eingestellt. Die S-Bahn-Verbindung nach Offenbach bleibt dagegen regulär in Betrieb.
Mehrere Schulen im Evakuierungsbereich – darunter die August-Gaul-Schule, die Lindenauschule, die Paul-Gerhardt-Schule und die Mädchenrealschule St. Josef – bleiben am Donnerstag geschlossen. Gleiches gilt für die Kinderburg Großauheim sowie die Kindertagesstätten Montessori und St. Josef. Der Wertstoffhof und der Wochenmarkt fallen ebenfalls aus.
Der Busverkehr der Hanauer Straßenbahn GmbH wird ab 7 Uhr erheblich eingeschränkt; zahlreiche Linien fahren verkürzt oder werden umgeleitet. Die Stadt stellt zusätzliche Busse bereit, die Bewohnerinnen und Bewohner aus Großauheim und Klein-Auheim zu den Betreuungsstellen bringen.
Notunterkünfte stehen bereit
Für die Evakuierten richtet Hanau zwei Notunterkünfte ein: die Mehrzweckhalle Lindenau und die Sporthalle Spitzenweg. In letzterer können auch Haustiere untergebracht werden. Die Stadt empfiehlt, persönliche Medikamente, wichtige Dokumente und notwendige Dinge des täglichen Bedarfs mitzunehmen.
Sprengung für 12 Uhr angesetzt
Die kontrollierte Sprengung der Brandbombe soll Donnerstagmittag um 12 Uhr erfolgen. Der Blindgänger wird bis dahin durch den Kampfmittelräumdienst überwacht. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnete den Fund als außergewöhnlich: „Eine solche Bombe gab es in Hanau noch nicht. Die Maßnahmen sind in vollem Gange und verlaufen planmäßig. Hier gilt mein Dank allen beteiligten Institutionen.“
Die Stadt informiert fortlaufend über aktuelle Entwicklungen und die vollständige Liste aller betroffenen Straßen auf www.hanau.de.
















