Polizei und Zoll haben eine mutmaßlich international agierende Drogenbande aus dem Rhein-Main-Gebiet zerschlagen. Wie die Behörden mitteilen, nahmen Einsatzkräfte den mutmaßlichen Anführer der Gruppierung Mitte Juli in Bosnien fest. Zuvor waren bereits im Mai sieben weitere Verdächtige in Deutschland und der Schweiz in Untersuchungshaft gekommen. Den Beschuldigten wird der bandenmäßige Schmuggel sowie der Handel mit großen Mengen an Betäubungsmitteln vorgeworfen. Die Ermittlungen wurden von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden geführt.
Zielfahnder spüren 34-jährigen Hauptverdächtigen in Sarajevo auf
Der Zugriff auf den mutmaßlichen Kopf der Bande erfolgte am 17. Juli 2026 in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Spezialisten für Zielfahndung des Hessischen Landeskriminalamts hatten den Aufenthaltsort des 34-Jährigen im Vorfeld ermittelt, die eigentliche Festnahme übernahmen die örtlichen Strafverfolgungsbehörden. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnräume stellten die Beamten drei scharfe Schusswaffen inklusive der dazugehörigen Munition sicher. Der Mann soll nun für ein Strafverfahren nach Deutschland ausgeliefert werden. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass der Verdächtige die illegale Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain, unter anderem aus den Niederlanden, organisiert hat. Für den Transport nutzte das Netzwerk demnach Kuriere, deren Fahrzeuge mit professionell eingebauten Verstecken ausgestattet waren. Das geschmuggelte Rauschgift war laut Ermittlungen für den europaweiten Weiterverkauf vorgesehen.
Sieben Komplizen sitzen nach Razzien bereits in Untersuchungshaft
Bereits im Mai dieses Jahres waren den Sicherheitsbehörden bei koordinierten Einsätzen in Frankfurt am Main, München sowie in der Schweiz entscheidende Schläge gegen das Netzwerk gelungen. Spezialeinheiten der hessischen Polizei und des Zolls nahmen bei diesen Aktionen zwei Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 23 und 39 Jahren fest. Alle sieben Personen befinden sich seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft. Bei den zeitgleichen Durchsuchungen beschlagnahmten die Einsatzkräfte rund 88 Kilogramm Kokain, kleinere Mengen an Crystal Meth und Amphetamin im einstelligen Kilogrammbereich sowie Bargeld in Höhe von 145.000 Euro.
Frühere Drogenfunde brachten die Ermittler auf die Spur der Bande
Die Ursprünge des aktuellen Fahndungserfolgs reichen bis in das Frühjahr 2025 zurück. Damals hatten die Behörden ein komplexes Verfahren gegen eine andere Gruppierung aufgenommen. Ausgangspunkt waren Razzien im April des vergangenen Jahres, bei denen Ermittler in vier leerstehenden Immobilien in Frankfurt, Trebur, Niedernhausen und Walluf insgesamt mehr als 600 Kilogramm Betäubungsmittel entdeckten. Diese als geheime Lager genutzten Orte enthielten unter anderem 350 Kilogramm Marihuana, über 200 Kilogramm Amphetamin und 186 Kilogramm Codein. Im Zuge dieser Operation wurden seinerzeit vier Personen festgenommen. Die Auswertung der damals gewonnenen Erkenntnisse und Spuren führte die Kriminalbeamten schließlich zu dem nun zerschlagenen Kokain-Schmugglerring.
















