Im Hochtaunuskreis ist es am Mittwoch zu einer massiven Welle von Betrugstaten durch falsche Polizisten gekommen. Während Kriminelle in Kronberg bei einem Rentner Goldmünzen und Bargeld im Wert von über 200.000 Euro erbeuteten, gelang spezialisierten Ermittlern der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und der Polizei Westhessen fast zeitgleich ein Schlag gegen die Strukturen der Täter. Bei der Festnahme von drei mutmaßlichen Abholern im Alter von 19, 21 und 22 Jahren leistete ein Verdächtiger Widerstand, woraufhin ein Beamter einen Schuss in den Boden abgab und ein Polizist verletzt wurde.
Rentner in Kronberg um 200.000 Euro gebracht
Bei der folgenschwersten Tat am Mittwochmittag meldeten sich die Betrüger telefonisch bei einem Rentner in einem Wohngebiet nahe der Kronberger Burg. Mit der Behauptung, man habe bei Einbrechern eine Liste mit seinem Namen und Angaben zu seinem Vermögen gefunden, setzte die Bande den Mann unter Druck. Der Rentner ließ daraufhin drei vermeintliche Polizisten in seine Wohnung, wo diese Aufnahmen seiner Wertgegenstände machten. Anschließend wiesen sie das Opfer an, sich zum eigenen Schutz in einem Raum einzuschließen, da die angeblichen Einbrecher bewaffnet seien. Während eine Komplizin den Rentner ununterbrochen am Telefon hielt, um die Drohkulisse aufrechtzuerhalten, entwendeten die Täter Goldmünzen und Bargeld im Wert von mehr als 200.000 Euro und ergriffen gegen 13 Uhr die Flucht.
Schuss in den Boden bei Festnahme von zwei Tatverdächtigen
Während dieser Tat schritten die Ermittlungsbehörden in einem anderen Fall im Hochtaunuskreis ein. Als Unbekannte von einem 65 Jahre alten Mann die Aushändigung seiner Wertgegenstände forderten, griffen Zivilkräfte der Polizei bei der geholten Beute zu und nahmen einen 19-jährigen Deutschen sowie einen 22-jährigen deutsch-marokkanischen Staatsangehörigen fest. Da sich der 19-Jährige gegen seine Festnahme wehrte, gab ein Polizist einen Schuss in den Boden ab. Durch den Schuss wurde niemand getroffen, allerdings erlitt ein Beamter bei der Festnahme der beiden Männer Verletzungen und musste nach dem Einsatz ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.
Aufmerksame Opfer verhindern weitere Schäden durch Betrüger
Ein weiterer Erfolg gelang der Polizei nach dem Hinweis eines 61 Jahre alten Mannes, der die Betrugsmasche am Telefon rechtzeitig durchschaut und die Beamten verständigt hatte. Bei der anschließenden zum Schein vereinbarten Übergabe nahmen die Einsatzkräfte einen 21-jährigen deutschen Staatsangehörigen fest. Die drei Verdächtigen stehen im Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betruges und werden einem Ermittlungsrichter zur Entscheidung über eine Untersuchungshaft vorgeführt. Dass die Täter ihre Versuche auch abends nicht einstellten, zeigte ein Fall gegen 22 Uhr in Kronberg-Oberhöchstadt. Dort ließen sich Betrüger nach einem Anruf sogar unter Nennung eines vereinbarten Codewortes in das Haus eines Rentners lassen und sich einen Tresor zeigen. In diesem Fall erkannte der Bewohner den Betrug im letzten Moment, sodass der Täter das Haus ohne Beute verließ.
Polizei sucht Zeugen und prüft Zusammenhänge der Taten
Ob die drei festgenommenen mutmaßlichen Abholer in direkter Verbindung zu dem Diebstahl der 200.000 Euro in Kronberg stehen, ist nun Gegenstand der weiteren polizeilichen Ermittlungen. Für diesen schweren Fall suchen die Behörden nach einem etwa 1,80 Meter großen und 25 bis 30 Jahre alten Mann mit mitteleuropäischem Erscheinungsbild, der blaue Jeans trug. Im Fall der abendlichen Tat in Oberhöchstadt wird ein etwa 30 Jahre alter, dünner Mann mit Schnauzbart, kurzen schwarzen Haaren und heller Hose gesucht, der akzentfreies Deutsch sprach und etwa 1,85 bis 1,90 Meter groß ist. Personen, die am Mittwoch entsprechende Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 06174 9266-0 bei der Polizeistation in Königstein zu melden.
















