Bei einer groß angelegten Kontrolle auf der Tank- und Rastanlage Weiskirchen Nord an der A3 hat die Polizei am Donnerstag zahlreiche Verstöße im gewerblichen Güter- und Personenverkehr festgestellt. Zwischen 8 und 16 Uhr überprüften die Einsatzkräfte in Fahrtrichtung Köln insgesamt 78 Lastkraftwagen, acht Autos und fünf Reisebusse. Unterstützt wurde die Aktion von Kräften mehrerer Polizeipräsidien, des Zolls sowie des Bundesamts für Logistik und Mobilität.
Im Mittelpunkt der Maßnahme standen Lastwagen, Kleintransporter, Schwertransporte und Reisebusse. Nach Angaben der Polizei blieb es nicht bei kleineren Beanstandungen. Festgestellt wurden unter anderem Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten, Mängel bei der Ladungssicherung, technische Defekte und Verstöße gegen Gefahrgutvorschriften. In mehreren Fällen ergaben sich zudem strafrechtlich relevante Verdachtsmomente. Neun Fahrzeuge durften ihre Fahrt zunächst nicht fortsetzen.
Mehr als 41.000 Euro Sicherheitsleistungen erhoben
Die Bilanz der Kontrolle fällt deutlich aus. Gezählt wurden 59 Verstöße gegen Sozialvorschriften, zwei Verstöße gegen das Güterkraftverkehrsgesetz, drei Verstöße gegen Gefahrgutrecht, neun Mängel bei der Ladungssicherung, eine Überladung, 19 technische Mängel und drei Straftaten. Außerdem erhoben die Behörden Sicherheitsleistungen von insgesamt mehr als 41.000 Euro. Darin enthalten waren auch Vermögensabschöpfungen und nacherhobene Einfuhrabgaben durch den Zoll.
Besonders auffällig war ein niederländischer Fahrzeugtransporter mit drei geladenen Wohnwagen, der die zulässige Gesamtlänge überschritt. Auch nach einer Neuverladung konnte der Mangel nicht behoben werden. Die Weiterfahrt wurde untersagt, zusätzlich leitete die Polizei ein Verfahren zur Vermögensabschöpfung ein und erhob eine Sicherheitsleistung von rund 2.940 Euro.
Reisebusse und Sattelzüge im Fokus
Bei einem lettischen Sattelzug stellten die Kontrolleure erhebliche Mängel an der Bremsanlage des Aufliegers fest. Laut Polizei war dieselbe Bremse erst wenige Tage zuvor bei einer Kontrolle in der Schweiz beanstandet und ersetzt worden. Wegen des schnellen Verschleißes vermuten die Behörden Fehler beim Einbau oder bei der Einstellung. Eine Sicherheitsleistung von rund 600 Euro wurde fällig.
Noch schwerer wogen die Verstöße eines griechischen Sattelzugs. Dort führten wiederholte Verstöße gegen Fahrpersonalvorschriften und fehlende Ruhezeiten dazu, dass die Weiterfahrt untersagt wurde. Zusätzlich musste eine Sicherheitsleistung von 12.000 Euro hinterlegt werden. Bei einem bulgarischen Kleintransporter entdeckten die Beamten eine Manipulation an der Abgasreinigungsanlage. Auch hier war die Fahrt zunächst beendet. Nach Zahlung von 1.000 Euro wurde das Fahrzeug auf einem Anhänger abtransportiert.
Drogenverdacht bei Pkw-Fahrer
Auch bei einem irischen Auto ergaben sich strafrechtliche Hinweise. Nach Angaben der Polizei stand der Fahrer mutmaßlich unter Kokain-Einfluss und besaß außerdem nicht die erforderliche Fahrerlaubnis. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, zusätzlich musste er 600 Euro Sicherheitsleistung zahlen.
Reisebusse gerieten ebenfalls in den Fokus. Bei einem bosnischen Bus auf dem Weg nach Dortmund wurden mehrere Verstöße gegen Dokumentationspflichten zu Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Die Fahrt durfte zunächst nicht fortgesetzt werden, die Fahrgäste mussten mit einem Ersatzbus weiterreisen. Eine Sicherheitsleistung von 3.600 Euro wurde angeordnet. Ein weiterer Reisebus aus Bulgarien fiel ebenfalls durch schwerwiegende Verstöße gegen Fahrpersonalvorschriften auf. In diesem Fall setzten die Behörden 2.500 Euro Sicherheitsleistung fest.
Mehr als jede zweite Kontrolle mit Beanstandung
Nach Angaben der Polizei lag die Beanstandungsquote der Kontrolle bei 52 Prozent. Gerade im gewerblichen Güter- und Personenverkehr sei das besonders problematisch, weil technische Mängel, übermüdete Fahrer oder unzureichend gesicherte Ladung erhebliche Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer mit sich bringen. Die Ergebnisse der Kontrolle zeigen aus Sicht der Behörden, wie wichtig regelmäßige und konsequente Überprüfungen weiterhin sind.















