Um die Fußgängerzonen vor unerlaubt einfahrenden Fahrzeugen abzuschirmen, verschärft Hanau seine physischen Zufahrtskontrollen. Ab dem 5. Oktober lässt die Stadtverwaltung in der Nürnberger Straße eine neue Barriere mit versenkbaren Hochsicherheitspollern errichten. Die Maßnahme soll das Zentrum verkehrsberuhigen, zwingt den örtlichen Busverkehr während der mehrwöchigen Bauphase jedoch zu weitreichenden Umleitungen.
Massive Barrieren blockieren künftig den Weg
Die Tiefbauarbeiten für das Sicherheitsprojekt beginnen pünktlich zum Start der Herbstferien. Vorgesehen ist der Einbau von zwei elektro-hydraulischen Pollern, die im Erdreich versenkt werden können. Um zu verhindern, dass Autos die Sperre kurzerhand über den Gehweg umfahren, flankiert die Stadt die Anlage mit massiven runden Sitzelementen, die als sogenannte Sitzlinsen fungieren. Die Bauzeit ist auf drei Wochen angesetzt, wofür die beauftragte Firma auf speziellen Schnellbeton zurückgreift. Dieser Zeitplan gilt laut Behörden unter der Voraussetzung, dass im Untergrund keine unentdeckten Leitungen den Baufortschritt blockieren. Die zuständige Ordnungsdezernentin und Stadträtin Isabelle Hemsley ordnet den Ausbau in die generelle Sicherheitsstrategie ein: „Mit der neuen Polleranlage in der Nürnberger Straße setzen wir unser Konzept für mehr Sicherheit und eine konsequente Verhinderung unerlaubter Zufahrten weiter um.“
Einheitliche Technik für Rettungskräfte und Polizei
Trotz der physischen Abriegelung müssen Feuerwehr, Polizei und medizinische Rettungsdienste sowie berechtigte Anwohner die Nürnberger Straße im Bedarfsfall passieren können. Die Stadtverwaltung greift daher auf Sperrsysteme zurück, die sich andernorts bereits im Einsatz befinden. „Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Zufahrt für Berechtigte sowie für Rettungsdienste weiterhin gewährleistet bleibt. Die technischen Lösungen entsprechen dabei den bereits im Stadtgebiet eingesetzten Anlagen“, erklärt Hemsley das Vorgehen. Zu den Vorteilen dieser Strategie ergänzt die Stadträtin: „Wir setzen bei den Polleranlagen bewusst auf ein einheitliches technisches System. Das erleichtert die Nutzung für die Berechtigten und sorgt gleichzeitig für eine zuverlässige und sichere Steuerung der Zufahrten.“
Sperrung zwingt Verkehrsbetriebe zu großräumigen Umleitungen
Für den öffentlichen Personennahverkehr hat die Baustelle erhebliche Konsequenzen. Bis voraussichtlich zum 23. Oktober bleibt die Nürnberger Straße für Busse komplett unpassierbar. Die städtischen Linien eins, zwei, fünf und sechs weichen in beiden Richtungen über den Mühltorweg aus. Da die regulären Stopps in der Leimenstraße und am Marktplatz entfallen, bedienen die Busse ersatzweise die Haltestellen am Klinikum und in der Heraeusstraße.
Parallel zur Errichtung der Polleranlage saniert die Stadt während der verkehrsärmeren Ferienzeit die Infrastruktur an zwei zentralen Knotenpunkten. Am Busbahnhof Freiheitsplatz fallen bis zum 18. Oktober gleich sechs reguläre Abfahrtssteige weg. Für zahlreiche betroffene Verbindungen der Hanauer Straßenbahn und der Kreisverkehrsgesellschaft richtet die Stadt Ersatzhaltestellen in der direkten Umgebung ein, unter anderem vor dem nahegelegenen Finanzamt. Auch am Hauptbahnhof müssen sich die Fahrgäste umorientieren, da die Haltestelle A wegen Bauarbeiten gesperrt wird. Die dort verkehrenden Busse stoppen stattdessen bis zum 13. Oktober an einem hastig reaktivierten Ausweichsteig direkt am Bahnhofsgebäude.
















