Fahrgäste im Rhein-Main-Verkehrsverbund mussten sich in den vergangenen Jahren regelmäßig auf steigende Kosten für den Öffentlichen Personennahverkehr einstellen. Nachdem die Ticketpreise im Verbundgebiet zum Jahreswechsel 2024 um durchschnittlich 8,2 Prozent und zum Januar 2025 um vier Prozent angehoben wurden, folgten auch zum Beginn des Jahres 2026 erneute Preisaufschläge sowie die Streichung einzelner Fahrkartenangebote. Für das Jahr 2027 bricht der Verkehrsverbund nun mit dieser langjährigen Serie an jährlichen Erhöhungen: Der RMV-Aufsichtsrat hat auf seiner Sitzung am 19. Juni beschlossen, die Preise für Einzel- und Tageskarten zum 1. Januar 2027 nicht zu verändern.
Aufsichtsrat beschließt Preisstabilität für das kommende Jahr
Mit der aktuellen Entscheidung des Kontrollgremiums bleiben die Fahrpreise für Einzelfahrten und Tagesausweise über den Jahreswechsel hinaus auf dem bestehenden Niveau eingefroren. Neben der Nullrunde bei den Ticketpreisen stellte der Aufsichtsrat gleichzeitig die Weichen für einen tiefgreifenden Umbau des gesamten Verbundtarifs. Das Gremium stimmte den Eckpunkten einer Tarifstrukturreform zu, die das derzeitige System grundlegend vereinfachen soll.
Grundlegende Reform soll über hundert Ticketarten reduzieren
Das neue Tarifsystem wird maßgeblich auf dem Deutschland-Ticket aufbauen, dessen Fortführung nach Angaben des Verkehrsverbunds durch die Politik nun langfristig gesichert ist. Durch den anstehenden Umbau soll die bestehende Komplexität des Systems mit derzeit mehr als 100 verschiedenen Ticketarten und Preisstufen drastisch verringert werden. Konkret planen die Verantwortlichen, insbesondere das unübersichtliche Angebot an verschiedenen Zeitkartenvarianten sowie die Anzahl der bestehenden Tarifzonen spürbar zu reduzieren und zu vereinfachen.
Beliebte Angebote und Rabattkarten bleiben weiterhin bestehen
Trotz der geplanten Reduzierung des Sortiments sollen bestimmte landesweite und zielgruppenspezifische Fahrkarten nach Angaben des RMV im Grundsatz erhalten bleiben. Davon profitieren vor allem Schüler und ältere Menschen: Sowohl das Schülerticket Hessen als auch das Seniorenticket Hessen werden fortgeführt. Ebenso bleiben das RMV-KombiTicket für Veranstaltungen und der RMV-SparPass für den verbundweiten Erwerb rabattierter Einzelfahrkarten bestehen. In den kommenden Monaten wird der Verkehrsverbund die genauen Details der neuen Tarifstruktur ausarbeiten und mit den beteiligten Gesellschaftern abstimmen. Das Inkrafttreten des reformierten Tarifs ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
















