Für ihren mutigen Einsatz in extremen Notsituationen hat das Polizeipräsidium Südosthessen dreizehn Bürgerinnen und Bürger geehrt. Bei einer feierlichen Veranstaltung am Spessartring in Offenbach erhielten die Helfer am bundesweiten Tag der Zivilcourage Medaillen und Urkunden für ihr vorbildliches Handeln, das in mehreren Fällen Menschenleben rettete und Straftaten vereitelte.
Feierliche Würdigung am bundesweiten Aktionstag
Die Auszeichnung fand bewusst am 19. September statt, um die gesellschaftliche Bedeutung des Hinschauens und Helfens in den Fokus zu rücken. Carina Lerch, die Leiterin der Abteilung Einsatz, überreichte die Auszeichnungen und würdigte die selbstlose Einsatzbereitschaft der Anwesenden. In ihrer Ansprache erklärte sie: „Die Erlebnisse, die wir heute gehört haben, haben mich tief beeindruckt. Sie zeigen, wie viel Mut, Entschlossenheit und Menschlichkeit in entscheidenden Momenten möglich sind.“ Lerch betonte weiter, dass die öffentliche Sicherheit nicht allein von den Behörden abhänge, sondern maßgeblich vom Einsatz der Bevölkerung lebe. An die Geehrten gerichtet sagte sie: „Sie haben hingesehen und gehandelt. Damit haben Sie anderen Menschen geholfen und zugleich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in unserer Gesellschaft geleistet. Dafür gebührt Ihnen unser besonderer Dank und unsere Anerkennung.“ Viele der Ausgezeichneten reagierten bescheiden auf das Lob und gaben an, in einer ähnlichen Situation jederzeit wieder einzugreifen.
Lebensrettendes Handeln bei schweren Unfällen und Bränden
Ein Großteil der gewürdigten Taten umfasste die direkte Rettung von Menschenleben in akuter Gefahr. So eilten Christos Mitrakas und Fatih A. im Juli auf der Kreisstraße 192 in Offenbach zu einem verunfallten Auto, das gegen einen Baum geprallt war und in Flammen stand. Sie zogen die bewusstlosen Insassen rechtzeitig aus dem brennenden Wrack. Ähnlich mutig handelten Peter Böhm und weitere Ersthelfer auf einem Offenbacher Supermarktparkplatz, als sie im April ein Auto anhoben, um einen darunter eingeklemmten Fußgänger vor dem Ersticken zu bewahren. Das 58-jährige Unfallopfer bedankte sich während der Veranstaltung persönlich bei seinen Rettern. In Bad Orb retteten Leonardo Berisha, Edmund G. und zwei weitere Helfer im Januar drei Menschen, darunter einen schwer verletzten Mann, aus einer brennenden Wohnung. Ein weiteres dramatisches Ereignis spielte sich im August auf einer Brücke in Hanau ab, wo Michael Josef Nowroth gemeinsam mit einem Kollegen und der Polizei eine Frau im letzten Moment vor dem Sturz auf eine stark befahrene Straße bewahrte. Auch der damalige Stadtpolizist Mario B. wurde geehrt, da er nach einer Messerstecherei in Offenbach im Juli durch schnelle Erste Hilfe einen Schwerverletzten vor dem Verbluten bewahrte.
Entschlossenes Eingreifen stoppt gewaltbereite Täter und Einbrecher
Neben der Ersten Hilfe bewiesen mehrere Bürger großen Mut im direkten Umgang mit Kriminellen. In Schlüchtern schritt Thomas Heckel im März vor einem Krankenhaus ein, als ein Mann mit einem Messer auf seine Mutter einstach. Der Ersthelfer brachte die lebensgefährlich verletzte Frau trotz weiterer Angriffsversuche in Sicherheit. In einem Park in Gelnhausen überwältigten Luca Campisi, Christian Reinhardt und Benjamin Adrian im April einen Schläger, der zuvor einen Mann attackiert und eine junge Frau belästigt hatte. Sie hielten den Mann bis zum Eintreffen der Beamten am Boden fest. Auch bei Eigentumsdelikten halfen aufmerksame Zeugen der Polizei. In Langen umstellte Axel S. im Juni mit weiteren Passanten ein Wohnhaus, sodass ein mutmaßlicher Einbrecher samt Beute widerstandslos verhaftet werden konnte. Ein genauer Blick des jungen Roberto D. führte in Obertshausen im Februar zur Festnahme von sechs Verdächtigen. Er hatte beobachtet, wie eine 150.000 Euro teure Kehrmaschine in einen Transporter geladen wurde, und alarmierte die Polizei, welche die Täter wenig später in Mühlheim fassen konnte.
















