Im RMV-Gebiet sind 2025 insgesamt 839 Millionen Fahrgäste mit Bussen und Bahnen unterwegs gewesen. Nach Angaben des RMV ist das der höchste Wert bislang. Der Verbund verweist dabei auch auf das Wachstum der Region Frankfurt-RheinMain.
Deutschland-Ticket: Abos legen zu
Die Zahl der Abonnements für das Deutschland-Ticket ist 2025 im RMV um 8,3 Prozent gestiegen. Der RMV beziffert die Zahl der aktiven Tickets auf rund 650.000. RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat sagt: „Die Zahl der Menschen in der Region Frankfurt-RheinMain wächst und damit kommt es mehr denn je auf einen attraktiven ÖPNV an. Hierzu gehört zuallererst die Instandhaltung und der Ausbau der Schieneninfrastruktur. Daneben legen wir den Fokus auf umweltfreundliche und komfortable Fahrzeuge, bessere digitale Services für unsere Fahrgäste und arbeiten an einem zum Deutschland-Ticket passenden, vereinfachten Tarifsortiment“.
Tarifreform: Konzept mit sechs Ticketarten
Der RMV arbeitet laut Mitteilung an einem Konzept für eine neue Tarifstruktur. Hintergrund ist nach Angaben des Verbunds die dauerhafte Etablierung des Deutschland-Tickets. Der neue RMV-Tarif soll demnach nur noch sechs Ticketarten umfassen. Ob und wann es zu einer Umstellung kommt, soll im Kreis der RMV-Gesellschafter entschieden werden.
Ausbau der Schiene: Milliardeninvestitionen und viele Baustellen
Für den Ausbau der Schieneninfrastruktur kündigt der RMV Investitionen von über 20 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren an. Ringat beschreibt die aktuelle Lage mit Blick auf Bauarbeiten und Belastungen im Betrieb: „Der Infrastrukturausbau im RMV schreitet voran. In den nächsten zehn Jahren werden über 20 Mrd. Euro in die Schiene investiert. Langfristig ist der Infrastrukturausbau ein Segen, aktuell ist die Situation für Fahrgäste, aber auch für das Personal vor Ort nicht immer einfach. Wenn die Regionaltangente West, die Nordmainische S-Bahn und später auch der Fernbahntunnel fertig sind, wird der ÖPNV für die Menschen so attraktiv und zuverlässig sein, wie wir es uns nur wünschen können“.
Für 2026 rechnet der RMV mit mehr als 2.800 Baumaßnahmen im Schienennetz. Genannt werden unter anderem die Generalsanierung der rechten Rheinstrecke sowie der Baubeginn eines digitalen Stellwerks in Mainz. Die Fahrgastinformation soll nach Angaben des Verbunds unter anderem durch feste Ersatzbus-Haltestellen und verlässlichere Fahrzeitprognosen verbessert werden.
S-Bahn: Pünktlichkeit sinkt, Ausfälle meist im Bauplan
Bei der Betriebsqualität sieht der RMV Nachholbedarf. 86,7 Prozent der S-Bahnfahrten hätten 2025 ihr Ziel pünktlich erreicht, gemessen bis 5,59 Minuten. Im Jahr 2024 lag dieser Wert laut RMV bei 87,8 Prozent. Als Hauptursache nennt der Verbund Verspätungen einzelner Züge, die sich im eng getakteten Betrieb auf einem überlasteten Netz auf Anschlussverbindungen auswirkten.
Auch bei den Ausfällen verweist der RMV auf Auswirkungen des Baugeschehens. 88,6 Prozent der S-Bahn-Fahrten hätten 2025 stattgefunden, 2024 seien es 89 Prozent gewesen. Sechs von zehn ausgefallenen Fahrten seien demnach im Zuge von Baufahrplänen entfallen; Fahrgäste seien dabei mit Ersatzbussen unterwegs gewesen.
App-Funktion berechnet günstigsten Tagespreis
In der App RMVgo steht nach Angaben des Verbunds „RMV In/Out“ inzwischen verbundweit zur Verfügung. Fahrgäste checken dabei zu Beginn und Ende der Fahrt ein und aus; am Tagesende werde automatisch der günstigste Preis ermittelt.
Parallel berichtet der RMV von einem neu aufgesetzten Vertriebshintergrundsystem. Daraus entstehe eine digitale Plattform zur gemeinsamen Nutzung für Verkehrsunternehmen und andere Verbünde. Laut RMV sind Verkehrsunternehmen in Hessen sowie der NVV beteiligt; erste Produkte wie das Deutschland-Ticket Job und das SchülerTicket Hessen sollen 2026 integriert werden.
Neue Fahrzeuge: Batteriezug im Test und Modernisierung der S-Bahn
Ein Batteriezug ist nach Angaben des RMV als erstes Fahrzeug dieser Art in Hessen im Testbetrieb auf der RB21 „Ländchesbahn“ unterwegs. Der RMV spricht dabei von lokal CO2-freiem Betrieb auf einer nicht elektrifizierten Strecke.
Für die Regionaltangente West sind zudem „TramTrains“ angekündigt, die sowohl auf Vollbahn- als auch auf Stadtbahnstrecken fahren können. Geliefert werden sollen die Fahrzeuge ab 2028. Außerdem sollen 98 S-Bahnen in den kommenden Jahren schrittweise modernisiert werden; ein erster Musterzug werde 2026 vorgestellt.















