Glatte und verschneite Straßen haben die Einsatzkräfte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen seit Sonntagabend stark gefordert. Immer wieder mussten Fahrzeuge geborgen werden, die sich festgefahren hatten oder querstanden und Fahrbahnen blockierten. Den Großteil der Notrufe machten jedoch Verkehrsunfälle aus: Bis Dienstag summierte sich die Zahl der mutmaßlich witterungsbedingten Unfälle auf 58 – nachdem es bis zum Montagmorgen zunächst 20 gewesen waren, teilte die Polizei mit.
Kollisionen mit Bus, Streufahrzeugen und geparkten Autos
Zu den größeren Unfällen zählt ein Zusammenstoß am Montagmorgen auf der Bundesstraße 486. Dort geriet eine Autofahrerin gegen 6.30 Uhr in den Gegenverkehr und prallte mit einem entgegenkommenden Caddy sowie einem Linienbus zusammen. Der Caddy wurde in die Leitplanke geschoben und anschließend gegen den Bus gedrückt. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 22.000 Euro geschätzt. Die mutmaßliche Unfallverursacherin erlitt leichte Verletzungen und kam in ein Krankenhaus.
Nahezu zeitgleich verunglückte im Sinntal zwischen Sterbfritz und Oberzell ein Streufahrzeug: Es rutschte in einen Graben und kippte um, dabei verteilte sich Streusalz in der Umgebung. Verletzt wurde niemand. Etwa eine Stunde später kollidierte in Hanau in der Rue de Conflans ein weiteres Winterdienstfahrzeug mit mehreren geparkten Autos; zur Schadenshöhe lagen zunächst keine Angaben vor. In Niederdorfelden rutschte zudem ein Schulbus beim Abbiegen in den Zaun eines Sportgeländes – auch hier blieb es nach bisherigen Erkenntnissen bei Sachschaden.
Vollsperrung nach Unfall auf der B276
Auf der Bundesstraße 276 zwischen Brachttal und Wächtersbach verlor gegen Mittag eine Autofahrerin mutmaßlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über ihren Hyundai, geriet ins Schleudern und stieß mit einem Transporter zusammen. Die Frau erlitt blutige Kopfverletzungen und kam in eine Klinik. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden; die Straße war für mehr als zwei Stunden voll gesperrt.
In Hanau kollidierte am Nachmittag in der Rochusstraße ein Linienbus gegen 14.45 Uhr mit einem Wohnhaus. Nach dem bisherigen Stand blieb es auch dort bei Sachschaden.
Jugendliche werfen Schneehaufen von Brücken
Neben Unfällen beschäftigten mehrere Meldungen über geworfenen Schnee und Eis die Polizei. In Erlensee sollen Jugendliche am Nachmittag größere Schneehaufen von einer Brücke auf die Fahrbahn der Landesstraße 3193 geworfen haben; Schäden wurden bislang nicht bekannt. Auch im Bereich des sogenannten Omega-Tunnels in Obertshausen wurden Jugendliche beziehungsweise Kinder gemeldet, die Schnee- und Eisbrocken auf durchfahrende Fahrzeuge warfen. In diesem Fall lagen nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls keine Schäden vor.
Baum stürzt auf Auto und Unfall unter Alkoholeinfluss
Kurz nach 17 Uhr wurde ein Vorfall auf der Landesstraße 3405 zwischen Offenbach und Heusenstamm gemeldet: Ein Baum fiel auf ein Auto. Die Fahrerin blieb offenbar unverletzt. Als mögliche Ursache wurde Schneelast genannt. Die Feuerwehr beseitigte den Baum, anschließend konnte die Fahrbahn wieder freigegeben werden.
In der Nacht zu Dienstag kam es in Rodgau zu einem Unfall unter Alkoholeinfluss. Ein 44-jähriger Mercedes-Fahrer kam gegen 2.20 Uhr auf der Landesstraße 3117 in einer Kurve an der Abzweigung zur Udenhoutstraße von der Fahrbahn ab und stürzte mit seiner C-Klasse auf die Seite. Ein Atemalkoholtest ergab 1,84 Promille; eine Blutentnahme wurde angeordnet.
Kontrollen in Hanau wegen Winterausrüstung
Inzwischen sei eine Entspannung der Lage festzustellen, das witterungsbedingte Einsatzaufkommen gehe spürbar zurück, so die Polizei. Für sicheres Vorankommen seien angepasste Geschwindigkeit, passende Bereifung und ein ordnungsgemäßer Fahrzeugzustand entscheidend. Deshalb führte das Polizeirevier Hanau am Montag zwischen 10 Uhr und 16.30 Uhr mit Unterstützung des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz Kontrollen an drei Örtlichkeiten im Stadtgebiet durch. Dabei wurden zehn Fahrzeuge mit unzureichender Bereifung festgestellt, in fünf Fällen waren Fahrzeuge vor Fahrtantritt nicht vom Schnee befreit worden. Zudem ahndeten die Beamten Gurt- und Handyverstöße.















