Bei einem schweren Verkehrsunfall an einem Bahnübergang in Reichelsheim ist am Dienstagabend eine 65 Jahre alte Autofahrerin lebensgefährlich verletzt worden. Ein herannahender Triebzug der Hessischen Landesbahn erfasste den Wagen der Frau auf der Bad Nauheimer Straße und schleifte das Fahrzeug rund 30 Meter weit mit. Die Fahrerin musste mit schwerem Gerät aus dem stark deformierten Autowrack befreit und anschließend mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden.
Feuerwehr benötigt mehr als eine Stunde für die Rettung
Nach Angaben der örtlichen Feuerwehr wurden die Einsatzkräfte aus Reichelsheim, Dorn-Assenheim, Beienheim und Weckesheim gegen 19.10 Uhr alarmiert. An der Unfallstelle bot sich den rund 50 Feuerwehrleuten unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Nicklas Rodriguez ein verheerendes Bild. Der zerstörte Personenwagen war im Gleisbett zum Stehen gekommen, die 65-jährige Fahrerin war in der Kabine eingeklemmt. Um dem Rettungsdienst einen ersten Zugang zu der Patientin zu ermöglichen, spreizten die Einsatzkräfte zunächst die Fahrzeugtüren ab. Da der Wagen stark verformt war, musste er mit hydraulischem Werkzeug vom Triebzug weggezogen werden, bevor die Helfer das Dach entfernen konnten. Die aufwendige technische Rettung der Frau dauerte über eine Stunde an, ehe sie mit dem Rettungshubschrauber Christoph Mittelhessen abtransportiert werden konnte.
Unterschiedliche Angaben zu verletzten Fahrgästen im Zug
Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich nach Behördenangaben 14 Fahrgäste in dem Triebzug, der gerade in den Bahnhof Reichelsheim einfuhr. Hinsichtlich möglicher Verletzter im Zug liegen abweichende Informationen der Einsatzkräfte vor. Während die Bundespolizei in einer ersten Mitteilung von ausnahmslos unverletzten Insassen sprach, berichtete die Feuerwehr von drei leicht verletzten Fahrgästen. Der Triebfahrzeugführer des Zuges wurde laut Feuerwehr zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus gebracht. Vor Ort kümmerten sich unter anderem drei Rettungswagen, mehrere Notärzte sowie fünf Kräfte der Notfallseelsorge um die Beteiligten. Auch Notfallmanager und Techniker der Deutschen Bahn und der Hessischen Landesbahn waren an der Einsatzstelle.
Bundespolizei bittet um Hinweise zur genauen Unfallursache
Die Bad Nauheimer Straße, der Bahnübergang sowie die Bahnstrecke 3741 blieben für die Dauer der Unfallaufnahme und der Bergungsarbeiten für den Verkehr gesperrt. Gegen 1.15 Uhr in der Nacht konnte die Feuerwehr den Einsatz schließlich beenden. Die Bundespolizei hat derweil die Ermittlungen zur genauen Unfallursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens aufgenommen. Sachverständige waren bereits am Abend vor Ort, um die Spurenlage zu dokumentieren. Die Ermittler suchen nun nach Passanten oder weiteren Verkehrsteilnehmern, die den Zusammenprall beobachtet haben. Zeugen, die sachdienliche Angaben zum Unfallhergang oder zu den beteiligten Personen machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 069 1301450 mit der Bundespolizei in Verbindung zu setzen.
















