In Rodgau-Jügesheim haben Zweitklässler am Montag eine rund 5.000 Quadratmeter große Blühfläche angelegt. Die Aktion, die in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen und landwirtschaftlicher Unterstützung stattfand, soll die lokale Biodiversität fördern und heimischen Insekten sowie Kleintieren neuen Lebensraum bieten.
Handarbeit und Maschineneinsatz an der Kasseler Straße
An dem Umweltbildungstag beteiligten sich 23 Kinder der Klasse 2A der Wilhelm-Busch-Schule sowie zwölf Angestellte der Unternehmensgruppe Strabag Property and Facility Services. Auf dem Areal an der Kreuzung von Rodgau-Ringstraße und Kasseler Straße bereiteten die Teilnehmer zunächst den Boden vor. Unter der Anleitung der Organisation Artenglück mischten die Helfer das Saatgut mit Sand, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten, und brachten die Körner anschließend per Hand auf der Fläche aus. Den Abschluss der Arbeiten übernahm der örtliche Landwirt Ben Fischer, der das Gelände mit einem Traktor walzte.
Regionales Saatgut soll gefährdeten Arten helfen
Bei dem verwendeten Saatgut handelt es sich um eine mehrjährige Mischung, die speziell auf die klimatischen Bedingungen und die Bodenverhältnisse der Region abgestimmt ist. Ziel der Bepflanzung ist es, Vögeln, Kleintieren und Insekten eine dauerhafte Nahrungsquelle zu bieten. Hintergrund der Maßnahme ist unter anderem der Rückgang von Nahrungspflanzen in der Landschaft, der dazu geführt hat, dass mittlerweile etwa die Hälfte der heimischen Wildbienenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Um die langfristige Entwicklung des Gebiets sicherzustellen, übernehmen Landwirt Fischer vom Sandhof und die Organisation Artenglück künftig die fachgerechte Pflege der Fläche.
Praxisnahe Umweltbildung für die teilnehmenden Kinder
Neben der praktischen Arbeit umfasste der Vormittag auch pädagogische Elemente. Durch Spiele und Rätsel vermittelten die Betreuer den Schulkindern Wissen über biologische Vielfalt, in der Region heimische Tierarten und die Bedeutung von Insekten für die Lebensmittelproduktion. Alexandra Feierabend, die Klassenlehrerin der 2A, deren Klasse die Entwicklung der Fläche in den kommenden Monaten weiter beobachten will, unterstrich den pädagogischen Wert der Aktion: „Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei. Dass sie die Fläche nun über Monate beobachten können, macht das Thema für sie greifbar.“
Auch Lisa Styra, Stabsstellenleiterin für Nachhaltigkeit bei Strabag Property and Facility Services, betonte den praktischen Ansatz: „Biodiversität wird besonders dann greifbar, wenn aus einem abstrakten Thema etwas entsteht, das man selbst mitgestaltet hat. Gemeinsam mit den Kindern diese Blühfläche anzulegen, war deshalb für uns mehr als ein Aktionstag: Wir haben gemeinsam einen neuen Lebensraum geschaffen und gleichzeitig erlebt, wie viel Begeisterung entsteht, wenn Nachhaltigkeit ganz praktisch wird.“ Felix Schulze-Varnholt, Mitgründer von Artenglück, ergänzte hierzu: „Kinder, die selbst angepackt und mit ausgesät haben, schauen genauer hin. Wer im nächsten Sommer die erste Wildbiene auf “seiner” Fläche entdeckt, versteht die biologische Vielfalt nicht mehr nur aus dem Schulbuch.“
















