Nach 15-jähriger Tätigkeit in der Emmausgemeinde in Rodgau-Jügesheim hat sich Pfarrerin Sabine Beyer am Sonntag mit einem Gottesdienst von ihrer Gemeinde verabschiedet. Die 58-jährige Theologin tritt zum 1. September eine neue Position in Berlin und Potsdam an. Dort übernimmt sie die Leitung zweier französisch-reformierter Gemeinden, die sie künftig in einem Fusionsprozess begleiten wird.
Abschiedsgottesdienst mit zahlreichen Gästen aus der Region
Zu den Feierlichkeiten kamen neben den lokalen Gemeindemitgliedern auch Wegbegleiter aus Beyers Heimatstadt Dietzenbach sowie Vertreter des Dekanats Dreieich-Rodgau zusammen. In ihrer abschließenden Predigt verwies die Seelsorgerin auf das gemeinsame Glaubensfundament in Zeiten des Wandels. Dabei nutzte sie auch ihren bekannten Ausruf „Avanti Galoppi!“ und verband diesen mit einem abschließenden „Adieu“. Den Gottesdienst gestalteten unter anderem Kita-Kinder, die einen symbolischen Weg in die Hauptstadt legten, sowie verschiedene lokale Musiker und der Emmaus-Chor. Im Rahmen des anschließenden Empfangs würdigte Rodgaus Bürgermeister Max Breitenbach die Pfarrerin mit einer städtischen Urkunde für ihr weitreichendes sozialräumliches Engagement, das sich unter anderem in der Arbeit des Familienzentrums zeigte.
Langjähriges Wirken in der örtlichen Kirchengemeinde
Die berufliche Laufbahn von Sabine Beyer war über ein Jahrzehnt eng mit dem Stadtteil Jügesheim verknüpft. Nach ihrem dortigen Vikariat und der Ordination im Juli 2013 arbeitete sie zunächst mit einer halben Stelle in der Emmausgemeinde, bevor sie später die volle Pfarrstelle übernahm. Ab 2017 koordinierte sie zudem als evangelische Beauftragte die Notfallseelsorge. Die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Corinna Jäger, hob in ihrer Ansprache die gute Zusammenarbeit während der Corona-Pandemie sowie die Menschennähe der Pfarrerin hervor. Laut Dekan Steffen Held hat Beyer die offene Ausrichtung der Gemeinde bewahrt und durch Projekte wie Familienfreizeiten maßgeblich weiterentwickelt. Um sich noch besser in die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit einbringen zu können, hatte die Geistliche eigens Klavierunterricht genommen.
Neue berufliche Herausforderung in hugenottischer Tradition
Der Wechsel an die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin sowie an die Französische Kirche in Potsdam knüpft an die Biografie der Pfarrerin an. Die 1967 in Frankfurt am Main geborene Beyer stammt aus einer laut eigenen Angaben „frankophilen Kaufmanns-Familie“ und verbrachte einen Teil ihrer Studienzeit in Paris. Bevor sich die zweifache Mutter im Jahr 2001 für das Theologiestudium entschied, arbeitete sie zunächst in der Finanzbranche. In ihrer neuen Funktion leitet sie zwei sogenannte Personalgemeinden, die in der hugenottischen Tradition kein geografisch festgelegtes Einzugsgebiet haben, sondern deren Mitglieder über die gesamte Hauptstadtregion verteilt leben. Ihre zentrale Aufgabe wird es dort sein, die bisher eigenständigen Gemeinden in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess zusammenzuführen.
















