Mit einem Gottesdienst in der Petruskirche und anschließender Feier im Gemeindehaus ist am Samstag das 20-jährige Bestehen des Rödermärker Brotkorbs gewürdigt worden. Die Einrichtung, getragen von allen Rödermärker Kirchengemeinden, unterstützt seit zwei Jahrzehnten materiell bedürftige Menschen mit Lebensmitteln.
Dank an das ehrenamtliche Team
Rund 35 Frauen und Männer engagieren sich aktuell beim Brotkorb. Sie besorgen Lebensmittel auf Spendenbasis und organisieren die wöchentliche Ausgabe. „Wir feiern weniger das Jubiläum dieser Einrichtung, die dringender gebraucht wird denn je, sondern diese Menschen, die sich engagieren“, betonte Pastor Jens Bertram von der Freien evangelischen Gemeinde, der gemeinsam mit der katholischen Gemeindereferentin Tanja Bechtloff durch den Festakt führte.
Engagement seit der Gründung
Die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Erika Neudert, sprach von einer „kleinen Gruppe, die Bedarf hatte, und einer kleinen Gruppe, die half“, die im Laufe der Jahre erheblich gewachsen sei. Ingeborg Strasser, Mitbegründerin des Brotkorbs, erinnerte an die schwierige Lage nach der Einführung von Hartz IV: „Dass es den Brotkorb nach 20 Jahren immer noch gibt, hätten wir damals nicht gedacht.“
Auch die neue Pfarrerin Eva Lafrenz hob die Bedeutung der Initiative hervor: „Bei den wöchentlichen Terminen hat man Zeit für Gespräche, stets ein offenes Ohr für die Klienten. Man gibt den bedürftigen Menschen das Gefühl, wahrgenommen zu werden.“
Gesellschaftliche Bedeutung hervorgehoben
Carsten Müller, Sozialdezernent des Kreises Offenbach, stellte den Brotkorb in einen größeren Zusammenhang: „Alle haben klein angefangen, überall ist die Zahl derer gestiegen, die sich hier mit Lebensmitteln versorgen müssen. Ein Zeichen für eine Schieflage in der Gesellschaft.“
Bürgermeister Jörg Rotter betonte den Wert für die Stadt: „Ohne den Brotkorb wäre die ganze Stadt ärmer, die Verwaltung wäre aufgeschmissen. Wir könnten das gar nicht stemmen. 20 Jahre Ehrenamt für die Gesellschaft, 20 Jahre konkrete Nächstenliebe – das ist wirklich ein starkes Stück Rödermark.“ Aus seinen Verfügungsmitteln stellte er 500 Euro zur Verfügung, weitere 777 Euro kündigte er aus dem Erlös der Fastnachtspins an.
Blick auf die Zukunft
Helga Hassdenteufel, die die Organisation koordiniert, dankte allen Beteiligten und Unterstützern: „Ich hoffe, dass wir weiterhin so unterstützt werden wie in den vergangenen 20 Jahren, aber auch, dass wir in 20 Jahren nicht mehr hier stehen müssen.“
Wöchentliche Ausgabe
Derzeit sind rund 90 Menschen als direkte Abholer beim Brotkorb registriert. Mit ihren Familien erreicht die Initiative mehrere hundert Personen. Die Lebensmittelausgabe findet donnerstags von 15.30 bis 17 Uhr im Gemeindehaus statt. Anerkannt Bedürftige zahlen einen symbolischen Betrag von einem Euro und benötigen dafür den Rödermark-Pass, der vom Sozialen Dienst der Stadt ausgestellt wird.















