In der Stadt Rödermark steht ein Systemwechsel bei der Altpapierentsorgung bevor. Ab Januar 2028 sollen rollbare Papiertonnen die bisherige Bündelsammlung ablösen. Rödermark ist derzeit die letzte Kommune im Landkreis Offenbach, in der Bürgerinnen und Bürger ihre ausrangierten Kartonagen und Zeitungen noch gebündelt an den Straßenrand legen. Über die entsprechende Beschlussvorlage des Magistrats entscheidet die Stadtverordnetenversammlung in ihrer kommenden Sitzung am 8. September 2026 um 19.30 Uhr in der Kulturhalle.
Strenge Vorgaben zum Arbeitsschutz erzwingen den Systemwechsel
Der städtische Fachbereichs- und Fachdienstleiter Reiner Rebel begründet die angestrebte Umstellung maßgeblich mit den mittlerweile geltenden Vorgaben zum Arbeitsschutz. Seit dem Jahr 1990 holt das Entsorgungsunternehmen das Altpapier einmal im Monat in den jeweiligen Abfuhrbezirken ab. Dabei müssen die Müllwerker teilweise schweres Material händisch anheben, brusthoch in die Fahrzeuge werfen sowie unhandliche Ringbehälter und Wannen leeren. Diese körperliche Belastung soll durch die Nutzung von Rollbehältern beendet werden. Darüber hinaus verspricht sich die Stadtverwaltung durch die geschlossenen Behältnisse ein saubereres Stadtbild, da herumfliegende Loseblattsammlungen bei windigem Wetter künftig vermieden werden.
Bürger können zwischen drei verschiedenen Gefäßgrößen wählen
Für die Privathaushalte sowie die Gewerbebetriebe im Stadtgebiet bringt die Umstellung auf das neue System keine zusätzlichen Kosten mit sich. Die Stadt plant, Behälter mit einem Fassungsvermögen von 120, 240 oder 1.100 Litern anzubieten, die je nach individuellem Bedarf bestellt werden können. Zur optischen Gestaltung der neuen Abfallbehälter äußerte sich Rebel konkret: „Vorgesehen sind schwarze Tonnen mit blauen Deckeln“. Flankierend zur Einführung der Tonnen plant der Magistrat zudem eine Änderung auf dem Wertstoffhof an der Kapellenstraße. Dort wird die bislang unbegrenzte Annahme von Altpapier ab dem Jahr 2028 auf eine Maximalmenge von 400 Litern pro Öffnungstag limitiert.
Vorbereitungen für die Umstellung beginnen bereits im nächsten Jahr
Sollten die Stadtverordneten bei ihrem Treffen grünes Licht für das Vorhaben geben, übernimmt der städtische Fachdienst Abfall die weitere Ausarbeitung. Um den Starttermin im Januar 2028 verlässlich einhalten zu können, benötigt die Verwaltung ausreichend zeitlichen Vorlauf für die rechtlichen Vergabeverfahren, die Beauftragung, die Bestellungen sowie die finanzielle Kalkulation. Die konkrete Abfrage bei den Haushalten und Unternehmen zu den gewünschten Tonnengrößen ist laut Magistratsplänen bereits für Anfang 2027 vorgesehen. Durch diese Neustrukturierung will die Stadtverwaltung letztlich mehr Effizienz und Entlastung in der Abfuhr mit einem verbesserten Erscheinungsbild des öffentlichen Raums vereinen.
















