Am Aktionstag gegen das Verkehrschaos vor Betreuungseinrichtungen in Rödermark haben städtische Bedienstete und die Polizei zahlreiche Verstöße festgestellt. Vor den Kindertagesstätten in der Liebigstraße fielen den Kontrolleuren neben illegal parkenden Fahrzeugen insbesondere ungesicherte Kinder in den Autos auf. Zunächst beließen es die Behörden bei Verwarnungen, kündigten für die Zukunft jedoch strikte Sanktionen an.
Kontrollen offenbaren gravierende Mängel bei der Kindersicherheit
Ein besonders eklatanter Fall ereignete sich nach Angaben der Stadtverwaltung, als eine Fahrerin ihren Kleinwagen im absoluten Halteverbot stoppte. Dabei trug weder die Frau einen Sicherheitsgurt, noch war das transportierte Kind angeschnallt oder saß auf einer vorgeschriebenen Sitzerhöhung. Normalerweise hätte dieses Verhalten ein hohes Bußgeld nach sich gezogen, die Einsatzkräfte beließen es an diesem Morgen jedoch bei einer strengen Ermahnung. Das Ausmaß der Nachlässigkeit bei der Sicherung der Insassen überraschte die Verantwortlichen. Alexander Wahlich, der Leiter des städtischen Fachbereichs Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, zeigte sich darüber erstaunt, „wieviele Eltern und Kinder nicht angeschnallt waren und wie oft meine Mitarbeiter fehlende Kindersitze anmahnen mussten“. Auch die Erste Stadträtin Andrea Schülner beobachtete das Geschehen vor Ort und betonte die Notwendigkeit der Vorschriften: „Es ist zwar nachvollziehbar, wenn Eltern ihre Kinder aus Sicherheitsgründen mit dem Auto in die Betreuungseinrichtungen bringen, aber wenn dies schon sein muss, dann müssen auch unbedingt die Regeln eingehalten werden.“
Zusammenschluss von drei Einrichtungen verschärft die Verkehrslage
Die angespannte Verkehrssituation am Ende der Liebigstraße resultiert aus einer jüngsten Umstrukturierung der Betreuungslandschaft. Mit dem Beginn des aktuellen Kindergartenjahres zog die Taubhaus-Kita nach ihrer Schließung unter das Dach der Villa Kunterbunt. Zusammen mit der regulären Kindertagesstätte in der Liebigstraße befinden sich nun faktisch drei Einrichtungen auf sehr begrenztem Raum. Obwohl der Andrang der elterlichen Fahrzeuge am Tag der Kontrolle geringer ausfiel als an normalen Tagen, werteten die Behörden den Einsatz als wichtiges Signal. „Die Aktion hatte sich doch in den Sozialen Kanälen und WhatsApp-Gruppen herumgesprochen“, erklärte Fachbereichsleiter Wahlich, der die Kontrollen initiierte, um auf die Gefahren des allmorgendlichen Verkehrsaufkommens aufmerksam zu machen. „Der Aktionstag sollte ein Augenöffner sein“, so Wahlich. Unterstützt von der Dietzenbacher Polizei und dem lokalen Schutzmann vor Ort verteilten die städtischen Mitarbeiter Informationsmaterialien. Plakate mit QR-Codes weisen nun auf die Vorteile des Fußwegs hin und zeigen eine kurze Route von einem rund 120 Meter entfernten Parkplatz in der Erich-Kästner-Straße auf.
Strenge Kontrollen und Bußgelder für die kommenden Wochen geplant
Die Stadtverwaltung hatte bereits im Vorfeld auf Bitten der Elternbeiräte reagiert, die das absehbare Verkehrsaufkommen durch den Umzug der Taubhaus-Kita befürchtet hatten. Nach gemeinsamen Ortsbegehungen mit den Einrichtungsleitungen passte die Kommune die Verkehrsführung und die Parkmöglichkeiten an. Vor dem Eingang der Kita in der Liebigstraße gilt nun ein absolutes Halteverbot. Als Ausgleich wurden gegenüber dem Gebäude, an einem nahegelegenen Kreisverkehr sowie auf dem Parkplatz in der Erich-Kästner-Straße neue Kurzzeitparkplätze ausgewiesen. Nach dem präventiven Aktionstag kündigt das Ordnungsamt für die nächste Zeit ein strikteres Vorgehen an. Bei künftigen Überprüfungen in diesem Bereich werden Verstöße gegen die Verkehrsregeln konsequent geahndet und keine bloßen Verwarnungen mehr ausgesprochen.
















