Seit Ende 2022 ist Elke Gröger für die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) im Einsatz. Als sogenannte „Anti-Müll-Fee“ sorgt sie für Sauberkeit in der Stadt. Doch nicht alle Begegnungen verlaufen positiv. Am Ortseingang Messenhausen musste sie erleben, wie ein Mann Hausmüll in einem öffentlichen Abfallkorb entsorgte. „Mit dem Kommentar ‚Ich bezahl‘ doch genug Grundsteuer‘ hat er die Straßenseite gewechselt und dort seinen Beutel in einem der blauen Plastikbehälter entsorgt. So viel Dreistigkeit – da war ich dann doch sprachlos“, schilderte Gröger.
Hausmüll in öffentlichen Körben
Nach Angaben der KBR häufen sich solche Fälle. Abfallkörbe werden als kleine Mülltonnen missbraucht, in denen Katzenstreu, Küchenabfälle oder sogar Fahrräder landen. „Solche Szenarien häufen sich leider. Früher haben zwei Leute die Leerung der Abfallkörbe erledigt. Mittlerweile brauchen wir vier Mitarbeiter, um in Anbetracht der steigenden Mengen hinterherzukommen“, erklärte Betriebshof-Leiter Thorsten Heberer. Beschwerden über angeblich mangelnde Reinigung verschärften das Problem zusätzlich.
Stadt appelliert an Mitverantwortung
Heberer machte deutlich, dass Sauberkeit in Rödermark nicht allein Aufgabe der Stadt sei: „Mensch Leute, das ist doch keine Entwicklung, die wir einfach so hinnehmen dürfen.“ Nichts achtlos wegwerfen, Vorbild für Kinder sein, Mitbürger auf Fehlverhalten ansprechen und Zivilcourage zeigen – das wünschen sich die Verantwortlichen.
Investitionen in neue Abfallbehälter
Seit drei Jahren läuft eine umfassende Sauberkeitsoffensive. Zwischen 2022 und 2023 wurden 245 neue Abfallkörbe aufgestellt. Alte Drahtgitterkörbe mit 35 Litern Fassungsvermögen wichen größeren Kunststoffmodellen mit 50 Litern und Stadtlogo. Hinzu kamen fünf XXL-Behälter mit Pressvorrichtung („Mr. Fill“), kleinere Modelle vom Typ „Frog“ für historische Ortskerne sowie mehr Hundekotbeutelspender. Insgesamt investierte die Stadt knapp 65.000 Euro, wodurch das Gesamtvolumen aller Abfallbehälter von 9.500 auf 19.700 Liter anstieg.
Bürgermeister fordert Respekt
Bürgermeister Jörg Rotter betonte, dass die Stadt viel unternimmt, um Sauberkeit zu gewährleisten. „Es wird viel getan, das ist gar nicht zu bestreiten. Viele Menschen in unserer Stadt sind auch entsprechend sensibilisiert und ziehen vorbildlich mit. Deshalb müssen wir konsequent dafür sorgen, dass ungute Tendenzen, wie sie vom Personal mitunter bei Reinigungseinsätzen beobachtet werden, keine ausufernden Kreise ziehen.“ Klare Worte fand er auch für den Umgang mit den Mitarbeitenden: „Es ist einfach inakzeptabel, wenn unsere um Ordnung bemühten Mitarbeiter ignoriert oder gar angepöbelt werden. Kein Pardon für solche Aktionen: Das muss Konsens sein, ohne Wenn und Aber – für alle Menschen, die sich in Rödermark zu Hause fühlen.“
















