Anlässlich der traditionellen Orwischer Kerb haben sich am ersten Septemberwochenende zahlreiche Menschen im Rödermärker Stadtteil Urberach versammelt. Für das viertägige Volksfest wurde die Ortsdurchfahrt zwischen dem Dalles und der örtlichen Sparkasse für den Verkehr gesperrt. Bei spätsommerlichen Witterungsbedingungen verzeichneten die Veranstalter rund um die aufgestellten Fahrgeschäfte, Buden und Vereinszelte einen starken Zulauf, der auch Gäste aus dem Umland umfasste. Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Live-Musik und Gastronomie begleitete das Festwochenende.
Offizieller Fassanstich und eine besondere Ehrung
Der offizielle Startschuss für das Festwochenende fiel am Samstagnachmittag. Bürgermeister Jörg Rotter und die Erste Stadträtin Andrea Schülner eröffneten die Feierlichkeiten traditionell mit dem Anstich der Fässer für Bier und Apfelwein. Eine besondere Rolle im lokalen Brauchtum nimmt der sogenannte Kebborsch ein, eine an einem geschmückten Baum befestigte Puppe. In diesem Jahr trug die Figur den Namen „Pater Klaus“. Damit drückten die Veranstalter ihre Wertschätzung für den katholischen Pfarrer Klaus Gaebler aus, der in absehbarer Zeit in den Ruhestand treten wird.
Die reibungslose Umsetzung des Straßenfestes wurde durch das Zusammenspiel verschiedener Akteure ermöglicht. Die Organisation lag maßgeblich bei der Kerbkommission unter der Leitung von Thomas Herrmann, während Werner Popp die Moderation der Veranstaltung übernahm. Unterstützung leisteten zudem zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus den örtlichen Vereinen sowie verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung, darunter das Ordnungsamt und der Betriebshof, die für Logistik und Sicherheit zuständig waren.
Kritische Töne bei der traditionellen Kerbspruchverlesung
Ein weiterer Höhepunkt des Brauchtums fand am Sonntagnachmittag statt. Der amtierende Kerbvadder Victor Gruhl verlas den traditionellen Kerbspruch vor dem versammelten Publikum. Begleitet wurde er dabei von 30 weiteren jungen Frauen und Männern, die den diesjährigen Jahrgang der Schärpen- und Strohhutträger bildeten.
In seiner im Dialekt gehaltenen Rede ging Gruhl auf aktuelle lokalpolitische und gesellschaftliche Themen ein. Neben humoristischen Bemerkungen schlug er auch nachdenkliche Töne an. So thematisierte der Kerbvadder unter anderem die finanzielle Situation der städtischen Verwaltung sowie die anstehenden Strukturreformen innerhalb der Kirchengemeinden. Er fasste seine Beobachtungen mit dem Satz zusammen: „Leute, wir leben in einer unruhig gewordenen Zeit…“
Ausblick auf die anstehende Kerb in Ober-Roden
Nach dem Abschluss der Feierlichkeiten im Westen Rödermarks richten sich die Blicke nun auf den nächsten Stadtteil. Vom 25. bis zum 28. September findet die Ober-Röder Kerb statt, die im Zentrum des Nachbarortes ausgerichtet wird und das traditionelle Festtreiben in der Kommune fortsetzt.
















