In Rödermark startet nach einer längeren Pause erneut die Aktion „Tassenspende“. Das städtische Projekt, das bereits 2017 erfolgreich anlief und während der Pandemie zum Stillstand kam, soll wieder mehr Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten am öffentlichen Leben teilhaben lassen.
Gutscheinsystem soll unkompliziert helfen
Das Prinzip ist bewusst einfach gehalten: Wer in einem teilnehmenden Betrieb ein Heißgetränk bestellt, kann eine zweite Tasse bezahlen. Für diesen Betrag wird ein Gutschein ausgestellt und in einer transparenten Box gesammelt. Mitarbeitende der Stadt holen die gespendeten Bons in regelmäßigen Abständen ab.
Die Gutscheine werden anschließend in Sprechstunden rund um soziale Themen in Rathäusern und Stadtteiltreffs verteilt. Erwachsene wie Kinder können damit in einem der Kooperationsbetriebe ein warmes Getränk genießen – ohne eigene Kosten. Ziel ist es, gerade Menschen mit geringem Einkommen einen kleinen Moment der Teilhabe zu ermöglichen.
Tradition mit Wurzeln in Südeuropa
Das Konzept knüpft an den italienischen Brauch des „Caffè sospeso“ an, bei dem Gäste seit über hundert Jahren im Sinne der Solidarität eine zusätzliche Tasse Kaffee bezahlen. Auch in Rödermark soll der Gedanke der gegenseitigen Unterstützung wieder sichtbarer werden.
Kathrin Klaszyk-Sander, Leiterin des Fachdienstes „Soziale Stadt“, erklärt, dass der Bedarf an solchen Angeboten in den vergangenen Jahren eher gestiegen sei. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Selma Mulalic-Dzamastagic und Katharina Peifer hat sie das Projekt reaktiviert und zahlreiche Betriebe für die Teilnahme gewonnen.
Lokale Gastronomie unterstützt den Neustart
Zu den Partnern gehört unter anderem das Familiencafé „MaLeo“ in Ober-Roden, wo sich die Initiatorinnen mit den Betreiberinnen Verena Kalessios und Melanie Segura Pinho trafen. Auch Bürgermeister Jörg Rotter unterstützte den Neustart der Aktion und betonte, dass die „Tassenspende“ in einfacher Form verdeutliche, was gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeuten könne. Seine Botschaft: „Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!“
Informationen für Betriebe und Interessierte
Gastgeber und Gäste, die sich beteiligen möchten, können sich an die städtischen Ansprechpartnerinnen wenden. Selma Mulalic-Dzamastagic und Katharina Peifer sind unter den Telefonnummern 06074 911351 und 06074 911357 erreichbar.
















