Die Kleingartenanlage „Am Eichwald“ in Seligenstadt kämpft seit Monaten mit den Folgen einer Biberansiedlung am Stadtmühlbach. Durch die Dämme und Baustrukturen der Tiere ist der Wasserstand dauerhaft gestiegen – mit gravierenden Auswirkungen auf rund 15 Parzellen im nördlichen Bereich der Anlage.
Überflutete Hütten und Schäden an Pflanzenbeständen
Wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Markus Blum berichtet, stehen einzelne Gartenhütten mittlerweile im Wasser. Die Nässe hat zu Schimmelbildung und beschädigtem Inventar geführt. Auch die Böden sind vielerorts so durchnässt, dass Baumwurzeln faulen und Pflanzen absterben. An gärtnerische Nutzung sei teilweise nicht mehr zu denken, so Blum, der die Situation resigniert kommentiert: „Hier kann Reis angebaut werden.“
Neben den Parzellen selbst sind immer wieder auch die Wege überflutet. Der Verein muss aufschottern, Wasser abpumpen und Gräben anlegen – Maßnahmen, die nur in Abstimmung mit mehreren Behörden erfolgen dürfen, darunter die Untere Naturschutz- und Wasserbehörde sowie Hessen Forst.
Vereinskasse belastet – Bürgermeister sagt Hilfe zu
Die finanziellen Belastungen seien erheblich, erklärt Vereinsrechnerin Beate Kimmel. Parallel zu den Biberschäden laufen zudem Renovierungsarbeiten an der vereinseigenen Gastwirtschaft, für die derzeit ein neuer Pächter gesucht wird. „Das alles kostet viel Geld! Unsere Vereinskasse leert sich“, so Kimmel.
Bürgermeister Dr. Daniell Bastian verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage und zeigt Verständnis für die Situation des Vereins. Da die Folgen der Biberansiedlung die Mitglieder unverschuldet treffen, stellte er einen Zuschuss über 1.000 Euro zur Verfügung, um die dringendsten Arbeiten finanziell zu entlasten.
Naturschutz erschwert Eingriffe in den Lebensraum
Der Biber ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Eingriffe in seine Bauten oder Dämme sind verboten und können mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Deshalb seien direkte Maßnahmen an den Strukturen der Tiere nicht möglich.
Derzeit führt das städtische Umweltamt Gespräche mit übergeordneten Behörden, um eine mögliche Absenkung des Wasserpegels zu prüfen. Bis zu einer Lösung muss der Verein weiter mit provisorischen Maßnahmen gegen die anhaltende Nässe ankämpfen.
















