Anfang Oktober soll die neue Kindertagesstätte am Seligenstädter Stadion in Betrieb gehen. Die Einrichtung wird unter dem Namen „Kindertagesstätte Emmy Stein“ geführt und von der Erasmus Offenbach gGmbH betrieben. Mit einem mehrsprachigen Konzept erweitert sie das bestehende Betreuungsangebot in Seligenstadt und bietet Platz für rund 110 Kinder.
Vielfältige Betreuung in sechs Gruppen
Insgesamt sechs Gruppen sind geplant: zwei Krippengruppen, zwei altersgemischte Gruppen sowie zwei Gruppen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Die Kita startet zunächst mit der Eingewöhnung von zwei Gruppen und wird das Angebot schrittweise ausbauen. Das Betreuungsteam unter der Leitung der Erasmus Offenbach gGmbH bereitet derzeit den Betriebsstart vor.
Investition in die Betreuungslandschaft
„Mit dem Start der neuen Einrichtung schaffen wir in Seligenstadt ein ausreichendes Angebot an Betreuungsplätzen – eine positive Nachricht für alle Familien vor Ort!“, erklärt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Trotz angespannter Haushaltslage habe die Stadt in den vergangenen Jahren gezielt in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert.
Ein Name mit historischer Bedeutung
Die Entscheidung für den Namen „Emmy Stein“ geht auf einen Vorschlag des Trägers zurück. Die Namensgebung soll an ein jüdisches Kind erinnern, das in Seligenstadt lebte und dem Holocaust zum Opfer fiel. Emmy Stein wurde am 23. November 1934 als Tochter von Berthold und Erna Stein geboren. Mit ihrer Familie lebte sie in der Aschaffenburger Straße. Am 30. September 1942 wurde sie zusammen mit 38 weiteren jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus Seligenstadt in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Ihr Todesdatum wird mit Oktober 1942 in Auschwitz angegeben.
Die Kindertagesstätte trägt mit ihrem Namen ein bewusstes Gedenken: „Sie soll ein Zeichen setzen, dass Emmy Stein und alle Seligenstädter Kinder, deren Leben durch den Terror des Nationalsozialismus ausgelöscht wurde, nicht vergessen sind“, so die Stadtverwaltung.















