Im Seligenstädter Freibad geraten die Mitarbeitenden in diesem Sommer zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Verantwortlich dafür sind nach Angaben der Stadtverwaltung jedoch nicht nur die körperlichen Herausforderungen durch den enormen Besucheransturm und die anhaltende Hitze, sondern vor allem ein rauerer Umgangston. Regelverstöße und persönliche Angriffe durch Badegäste gegenüber dem Kassen- und Aufsichtspersonal nehmen stetig zu und stellen für die Beschäftigten eine massive psychische Belastung dar.
Kommissarischer Betriebsleiter kritisiert Umgangsformen der Gäste
Besonders die verbale Aggression schlägt dem Team auf den Liegewiesen und rund um die Becken im Arbeitsalltag entgegen. Der kommissarische Betriebsleiter des Freibads, Jörg Bussian, benennt die dramatische Entwicklung des Besucherverhaltens deutlich: „Die Beleidigungen und übelsten Beschimpfungen der Badegäste sind das, was am meisten an den Nerven zerrt und nur schwer zu ertragen ist. Das geht an niemandem spurlos vorbei“. Ohne die Geduld und den unermüdlichen Einsatz der Beschäftigten wäre der reguläre Betrieb an stark frequentierten Tagen kaum noch aufrechtzuerhalten.
Wachdienst muss auf dem Gelände kontinuierlich deeskalieren
Um die Sicherheit zu gewährleisten und Konflikte einzudämmen, greift die Stadt an heißen Tagen auf den Einsatz von privaten Securitykräften zurück. Dem Sicherheitspersonal gelingt es laut der städtischen Bilanz durch ein ruhiges und klares Auftreten, viele der herausfordernden Situationen vor Ort professionell zu entschärfen. Erster Stadtrat Oliver Steidl zollt der Belegschaft für den Umgang mit diesen Umständen hohe Anerkennung und erklärt: „Unser Team zeigt eine außerordentliche Leistungsbereitschaft, um den Badegästen schöne und abkühlende Stunden in unserem Freibad zu ermöglichen. Sie tragen die Verantwortung und müssen mit den physischen und psychischen Anforderungen, die ein sehr gefülltes Bad mit sich bringt, umgehen. Dafür verdienen sie unseren größten Respekt“.
Stadt bittet Besucher dringlich um die Einhaltung der Baderegeln
Vor diesem Hintergrund fordert die Stadtverwaltung die Besucherinnen und Besucher dringlich dazu auf, das eigene Verhalten zu reflektieren. Das Freibadteam verknüpft diese Mahnung mit einem direkten Appell an die Öffentlichkeit: „Wir erleben viele schöne Tage im Freibad – aber auch Situationen, die vermeidbar wären. Wenn jeder ein bisschen mehr Rücksicht nimmt und sich an die Regeln hält, wird es für alle leichter. Ein respektvolles Miteinander ist die Grundlage dafür, dass unser Freibad für alle ein Ort der Erholung bleibt“.
Zu einem elementaren Grundrespekt gehört nach städtischer Definition neben dem ordentlichen Umgang mit den Beschäftigten und anderen Gästen auch die strikte Befolgung der Hausordnung. Konkret beinhaltet dies, den eigenen Müll in die dafür vorgesehenen Behälter zu werfen, Sanitäranlagen sauber zu hinterlassen und auf gefährliche Sprünge vom Beckenrand zu verzichten. Zudem erinnert die Verwaltung an die Tragepflicht von geeigneter Badekleidung aus Badetextilien wie Lycra oder Polyester, da Alltagskleidung aus Sicherheits- und Hygienegründen im Becken verboten ist. Den Anweisungen des Aufsichtspersonals ist demnach zwingend und unverzüglich Folge zu leisten.
Verbot der Weitergabe von Tickets soll Missbrauch verhindern
Ebenfalls konsequent durchgesetzt wird der Grundsatz, dass die gelösten Eintrittskarten im Seligenstädter Bad ausschließlich zu einem einmaligen Zutritt berechtigen. Mit dieser Bestimmung unterbindet die Kommune den Missbrauch aus der Vergangenheit, bei dem gültige Tickets von Badegästen an Dritte weitergereicht wurden. Die Stadtverwaltung betont, dass sie alles daransetzt, das Gelände auch an Spitzentagen nicht wegen Überfüllung schließen zu müssen, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu gewähren. Dies sei in Zukunft jedoch nur möglich, wenn sich alle Besucher an die Regeln halten und den Angestellten mit dem notwendigen Respekt begegnen.
















